Histoire allemand

Geschichte des Priorats von Bray sur Aunette

Das Priorat von Bray sur Aunette, eine bescheidene ländliche religiöse Einrichtung , abhängig von der Abtei St Victor in Paris, hat dazu beigetragen, die steingewordene Landschaft um das mitttelalterliche Paris zu formen.

Man kann seine Geschichte in 3 Perioden einteilen. Im Gefolge geschichtlicher Ereignisse und der Tätigkeit der Menschen, jede Epoche war entscheidend für das Priorat, dessen Gebäude,  Höfe, Wälder die unterschiedlichen Entwicklungen anzeigen..

Der Ursprung

Im Jahre 1249 verfügte Guy de Bouteiller, Herr von Senlis, in seinem Testament, eine Schenkung zur Schaffung einer Abtei von Chorherren, die von St. Victor in Paris abhängen sollte. (St Victor war seinerseits im Jahre 1113 durch Guillaume de Champeaux gegründet worden).  Dies geschah, bevor er sich mit dem König Louis IX auf den 7. Kreuzzug  begab, im Verlaufe dessen er 1249 verstarb, als er in Damiette in Aegypten an  Land ging.

Eine Klausel des Testamentes bezeichnete, „dass eine Konventualabtei für die regulären Chorherren des Augustiner Ordens, die St. Victor zugehörten in Bray bei Senlis geschaffen werden sollte und zwar auf einem Fünftel des Erbgutes des o.g. Herrn“(Guy de Bouteiller).

abbaye Saint Victor Paris                   (Bild von St. Victor)

Allerdings reichte das „Fünftel“ nicht aus , um eine Abtei zu gründen. So verringerten die Bischöfe von Paris und Senlis sowie der Abt von St. Viktor das Vorhaben auf ein Priorat für 6 Chorherren. So wurde es durch den heiligen Ludwig durch Patent von 1255 genehmigt. Man musste aber auf die päpstliche Bestätigung durch Alexander IV warten, bevor die Bauarbeiten beginnen konnten. (1259)

Kurz vor Weihnachten 1263 kann sich schliesslich der erste Prior, Raoul de Crecy, begleitet von 5 Chorherren, in den Gebäuden und vor allem der Kapelle niederlassen. Diese Gemeinschaft von 6 Chorherren sicherte ebenfalls die Landwirtschaft bestehend aus mehreren Anwesen, Feldern und Forsten, ebenso wie die Feier der Heiligen Messe in der Gemeindekirche des 500 Meter entfernten Dorfes.

Auf diese Weise konnte das Priorat sich in wenigen Jahren (1259 bis 1263) dank einer Schenkung eines lokalen Grundherrn in die spirituelle Welt und in die Reihe geistlichher Baudenkmäler des darin so reichen 13, Jahrhunderts einreihen. Die Spuren dieser Gruendung und ihr Einfluss auf die Landschaft und Menschen dieser Gegend wirken bis heute nach.

restitution

(Zeichnung der Gesamtanlage)

5 Jahrhunderte religiösen Lebens …und einige dunkle Ereignisse

 

Etwa 1650 Raubueberfall des Priorats durch die Truppen von Turenne und Brandstiftung an der Kapelle. Die Anlage wurde vollständig wiederhergestellt und schien selbst einer echten Erneuerung entgegenzugehen dank der Aktion von Benoit Faure, Prior in den Jahren 1632 bis 1656.

Während der 5 Jahrhunderte von Mitte des XIII bis zum XVIII Jhdt haben etwa 40 Priores das Priorat von Bray geführt. Darunter erwähnen wir besonders Gerard Marescot (1445) der später Abt der Victoire wurde sowie der Karthäuser Jean III de Nicolai (1456), der Abt von St Victor von Paris wurde, Jean IV der Kleine (1483), begraben in der Kapelle in 1505 – Robert Barthe (1539) der hundertjährig starb – Benoit Faure (1632), der die Gemeinschaft innerlich erneuerte aber „auch die Gebäude und die Kapelle schöner gestaltete als sie es je waren“ – Jean Louis Hardy (1740), geehrt auf einem Grabstein in der Kapelle – und schliesslich Jean Baptist Cassenet (1763) ehemaliger Grossprior von St Victor de Paris.

Das Ende

1773 Tod des letzten Priors Jean-Baptist Cassenet

Zu dieser Zeit beschloss der grosse Prior der königlichen Abtei St. Victor von Paris, die Gesamtheit des Priorats, der Landwirtschaft und sonstigen Güter zu verpachten “ damit die Abtei von dessen Verwaltung entlastet werden sollte. Allerdings sollten Wohngebäude nur an wohlanständige Pächter überlassen werden, die auch die Kapelle mit Sorgfalt unterhalten würden.“ Der erste Pächter war Jaques Badin, Bürger von Paris aber wir wissen nicht, ob die regulären Kontrollen durch das Mutterhaus ausgereicht haben, um die Gebäude in gutem Zustand zu belassen.

 

1791 In der Revolution wurde das Priorat zum Staatseigentum erklärt und 1791 an Nicolas Desprez de la Reziere „homme de loi“ aus Paris verkauft, dessen Familie das Eigentum über beinahe ein Jahrhundert behielt. Das Priorat wurde an Bauern verpachtet. Die ganze Anlage einschliesslich der Kapelle wurden von nun an für 2 Jahrhunderte für landwirtschaftliche Zwecke genutzt.

1885 kam die Familie Roche in den Besitz der Anlage. Welche Nutzung in dieser Zeit von der Anlage gemacht wurde, bleibt im Dunkel. Aber es ist wahrscheinlich dass die Zerstörungen und Veränderungen die wir noch heute feststellen, aus dieser Zeit stammen. Die Veränderungen erlauben aber zugleich die Erhaltung der Gebäude, so dass sie vor der vollständigen Zerstörung bewahrt wurden. Die nachfolgenden Eigentümer sicherten wenigstens die Substanz.

vue double ancienne et actuelle          Bilder von der Kapelle

Die Erneuerung

1926  Priorat von Bray (ehemalig), benachbarte Keller im Norden der Kapelle: Eintragung in das zusätzliche Inventar der denkmalgeschützten Gebäude von 1925 bis 1970 NOR: MCCE9800916K unter

http://www.legifrance.gouv.fr/affichTexte.doisessionid=8433AF31FFSDO3148A194613EA41 B688

1943 Die Kapelle, der Taubenschlag und der Keller nördlich des früheren klösterlichen Komplexes sind denkmalgeschützt. (monuments historiques)

1970 -1980 Christiane et Charles de la Bédoyère, Eigentümer seit 1943 restaurieren die Dächer und nehmen Mauerarbeiten der landwirtschaftlichen Gebäude vor.

1981 – 1997 Die neue Eigentümerin, Familie Delacharlery , unternimmt wesentliche Unterhaltungsarbeiten, wodurch die Kapelle „hors d’eau“ gestellt wurde.

1992 Erstellung einer Studie durch Yves Boiret (ACMH) für die Restaurierung der denkmalgeschützten Kapelle

1996 Restaurierung des Daches und des Gebälkes in der Kapelle durch Vincent Brunelle (ACMH) Diese Arbeiten werden kurz nach dem Erwerb des Eigentums durch Patrick und Sylvie Waarin Thibault  zu Ende geführt.

1998 Erwerb des Eigentums durch die Familie Sirot Saunier.

Nach der Wiederherstellung verschiedener Wohngebäude und der Verbesserung des Zugangs und weiterer Anlagen beschliesst die Familie Sirot Saunier, die Kapelle zu sanieren und der Gesamtanlage eine verbesserte Nutzung zu schaffen

2003 Schaffung eines Comités „Projekt und Organisation“ aus Anlass eines ersten Seminars, das ca 30 kompetente und interessierte Personen zusammenführte.

2004 Am 29. Mai wird ein Verein gegründet „Les Amis du Prieuré de Bray“ der die weitere Gestaltung übernehmen soll., Schaffung eines Internetsite „Prieurédebray.org

2005 Vorstellung „Peau d’Ane“ mit 2 Wiederholungen (mehr als 150 Mitwirkende und 1800 Zuschauer

2005 August, Genehmigung des Vorhabens „Wiederherstellung der Kapelle“ durch die örtliche Kulturbehörde (DRAC Picardie)

2005 Oktober Erste Generalversammlung des Vereins „les Amis du Prieuré“, welche die Rollen eines jeden präzisiert. Laurent Sirot erinnert daran, dass alle auszuführenden Arbeiten vom Verein bezahlt werden müssen. „Les amis du prieuré“  erklärt sich bereit logistische und technische Hilfe für die Transformation einzubringen, einschliesslich Oeffentlichkeitsarbeit, und Belebung des Komplexes, die langfristig zur Verwirklichung des Projektes beitragen. Der Verein wird sich dazu der Räume bedienen, die durch die Renovation des Vorhofes verfügbar werden.  Er wird die Leitung des Projektes aktiv begleiten.

2006 Beginn der Arbeiten zur Konsolidierung von Mauern und Gewölben der Kapelle.

2008 Beendigung  der Arbeiten an der „Scheune St. Augustin“ und an den Räumen des Vorhofes, die dem Verein dienen sollen.

2009 Beendigung der ersten Phase der Arbeiten an der Kapelle (äusseres und inneres Mauerwerk ausgenommen die Vermauerung der Fenster

2010 Ziel der Beendigung der Wiederherstellung des Fussbodens (Heizung und Kachelboden)

Ende 2010  Ziel Beendigung des Wohntraktes im Norden des Vorhofes

Damit wird ein neues Leben der Anlage eingehaucht und das Priorat kann seine frühere Ausstrahlung wieder aufnehmen.

site vue aerienne

Luftaufnahme der Gesamtanlage

 

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